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Über den Dächern: Kommissar Gork ermittelt

Wenige Bedienstete waren in dem eisigen Nebel und der Dunkelheit in der Bürgerneustadt von Ithiljar unterwegs. Unter ihnen fiel ein einzelner, buckliger Ork, der scheinbar langsam und entkräftet die Straße in der Nähe des quadratisch angelegten Kristallplatzes im Herzen des Stadtteils fegte, gar nicht weiter auf. Vielleicht wäre er einem der eiselfischen Anwohner aufgefallen, denn derartige Dienste der Stadtverwaltung fanden selten ihren Weg in das abgelegene Viertel - Gerüchten zufolge wurde nicht einmal die Post regelmäßig zugestellt - doch Eiselfen, selbst die Bürgerlichen, die hier lebten, pflegten alle Untergebenen als Luft zu behandeln. Deshalb hatte Gork (niemand anderes war es in Verkleidung) nach anfänglicher Unsicherheit seine Rolle auch mit mehr Zuversicht gespielt.
Einen Hustenanfall vortäuschend, beugte er sich noch tiefer hinunter, und spähte, auf seinen Besen gestützt, erneut zu dem Anwesen herüber, das er in dieser Verkleidung bereits seit zwei Tagen observierte. Wenigstens bewegte er sich durch das Fegen und konnte sich so in der eiskalten Polarnacht wenigstens ein wenig Wärme verschaffen.
Das Haus war eines der schmucklosen weißen Marmorgebäude, wie sie vor langer Zeit für die nichtadeligen Elfen der Stadt gebaut worden waren. Niemand wußte mehr, warum man damit ausgerechnet an der westlichen Stadtmauer begonnen hatte, aber die Bauarbeiten waren liegengeblieben, bevor der neue Stadteil eine Straßenverbindung zum Zentrum Ithiljars hatte, diese wurde durch ein noch stehendes Stück der alten inneren Stadtmauer blockiert. Was dazu führte, daß der Weg hierher in einem weiten Umweg durch eine im Süden gelegene Bresche und Ork- und Menschenviertel der Peripherie führte. Es gab hier einfach keinen Durchgangsverkehr, und das machte jede Form der Überwachung so gefährlich. Hier kamen nur Leute, die hier wohnten, und ihre Bediensteten her. Jeder Fremde fiel schnell auf.
Doch Gorks Tarnung war noch nicht durchschaut, und so wartete er nach einem erneuten gespielten Hustenanfall ab, ob außer dem üblichen Löschen und Entzünden von Kerzen in den Räumen des fraglichen Hauses noch etwas anderes geschah. Der halborkische Kommissar der Zivilpolizei war durch seinen aktuellen Fall und die sich daraus ergebenden Verwicklungen so sehr in Bedrängnis geraten, daß er niemand mehr trauen konnte und diese gefährliche Observation in eigener Person durchführte. Wenn jemals herauskam, daß er einen Angehörigen des Cuel Ancar beobachtete, war er ein sehr toter Halbork, das wußte Gork nur zu gut. Aber der Inquisitor hatte die Baumeistergilde mehrfach besucht, schon bevor Gork selbst auf sie aufmerksam geworden war. Er steckte irgendwie in dem Fall mit drin. Und der Kommissar mußte sehr schnell erfahren, auf welche Weise, wenn er seinen Kopf noch aus der Schlinge ziehen wollte.
Er hätte über diesen Gedanken beinahe die schwarzgewandete Gestalt übersehen oder für einen der allgegenwärtigen Gir-Templer gehalten, der gerade mit tief ins Gesicht gezogener Kapuze vom Kristallplatz kam, als er aus dem Augenwinkel bemerkte, daß dieser mitten vor dem Haus des Inquisitors plötzlich verschwunden war. Vielleicht im Haus verschwunden war? Gork schob sich seinen ausgestopfen Buckel zurecht und beugte sich tief hinunter, um eifrig weiterzufegen.
Endlich geschah etwas.

Der Besucher war nur sehr kurz geblieben und hatte das schmucklose weiße Haus durch den Seiteneingang wieder verlassen, wodurch der Kommissar ihn beinahe verpaßt hatte. Rasch schlüpfte er in eine dunkle Nebengasse, und während er leise lief, so schnell seine Beine den massigen Körper trugen, wendete er seinen Umhang mit der dunkelgrauen Seite nach außen. Er spähte rasch um eine Ecke, überquerte eine erleuchtete, aber leere weißgepflasterte Straße und gelangte an der Ecke des nächsten, leerstehenden Marmorhauses an den Rand des abgelegenen Stadtviertels. Von hier aus hatte er eine gute Sicht auf die einzige Straße, die den Stadtteil verließ und ein gut Teil über das unbebaute Gelände vor der alten Stadtmauer verlief. Und richtig, da huschte eine dunkle Gestalt in den Schatten der Mauer. Offensichtlich wollte der Besucher des Inquisitors nicht beobachtet werden.
Gork bückte sich tief und glitt zwischen die reifüberzuckerten vertrockneten Halme des Tundragrases, das hier wuchs und lief tief gebückt schräg auf die Stadtmauer zu. Das Gras raschelte leise, was man hoffentlich dem Wind zuschreiben würde.
Nahe der südlichen Bresche in der alten Mauer war Licht, denn dort befanden sich die eckigen kleinen Häuser einer ehemaligen Menschenvorstadt. Gork wußte genau, daß der heimliche Besucher dort wieder zum Vorschein kommen mußte, wenn er dem Kommissar nicht direkt in die Arme lief. Den Weg konnte man ihm nicht abschneiden, aber ungesehen in die Gassen der Menschenviertel kam er auch nicht.
Der Halbork schnaubte leise, als das Wesen, das er verfolgte, tatsächlich in das Licht an dem breiten Mauerdurchbruch hinaustrat und in normaler Gangart die Straße entlangschritt. Offensichtlich fühlte es sich hier im dichter bebauten Gebiet an der alten Stadtmauer sicherer. Gork rannte durch das Gras, bis er das Licht erreichte, überschritt dann zügig, aber ohne Hast die Straße ein Stück hinter dem Verfolgten, schlug in der Dunkelheit auf der anderen Seite einen Haken und huschte auf der Rückseite eines Anwesens mit leeren Fensterhöhlen auf gleiche Höhe mit dem Schwarzgewandeten.
Beinahe glaubte er sich ertappt, als dieser nun plötzlich in Gorks Richtung abbog. Der Kommissar überlegte sich fieberhaft, daß ihm wohl nun keine andere Möglichkeit blieb, als das Überraschungsmoment auszunutzen. Als die Gestalt die Ecke des verfallenden Hauses passieren wollte, packte der Halbork mit geübtem Griff zu und zerrte sein Opfer, dem er die Luft abdrückte, in den dunklen Eingang des verlassenen Bauwerkes.
"Wenn Du ein Geräusch machst, breche ich Dir das Genick", zischte er der Gestalt zu, die sich in seinem Griff wandt und leise gurgelte. "Wenn Du ruhig bleibst, lasse ich Dich am Leben. Willst Du leben?"
Die Gestalt bewegte sich nicht mehr, nickte nur beinahe unmerklich. Die Kapuze rutschte herunter, und Gork erschrak beinahe, als er sah, daß er einen Elfen in seinem Schraubstockgriff gefangen hatte.
"Sag mir, was Du in dem Haus gemacht hast." Der Kommissar lockerte den Griff ein wenig, so daß der Elf sprechen konnte.
"Ich... ich weiß nicht, wovon ihr redet", keuchte der Mann.
"Wir wissen beide, daß Du vor nicht mal einer Stunde im Haus des Inquisitors Morfindel warst. Was hast Du ihm mitgeteilt?"
"Ich habe keine Ahnung, wovon ihr sprecht", flüsterte der Elf.
Gork faßte fester zu. "Da mir Deine Antworten nicht gefallen, werde ich Dir wohl das Genick brechen müssem", seufzte er betrübt.
Sein Opfer zappelte panisch und schüttelte den Kopf, so das denn in Gorks unbarmherziger Umklammerung möglich war.
"Nicht?", brummte der Halbork, "also gut, aber dann rede."
Sein Opfer schnappte hörbar nach Luft und krächzte leise. "Ich habe eine Nachricht überbracht. Es wird euch nichts sagen."
"Wiederhol sie trotzdem", befahl Gork.
"Die Gilde trifft sich morgen um Mitternacht im Persvan-Haus."
"Das war alles?"
"Das war alles, ja."
"Für wen arbeitest Du?", drängte der Kommissar weiter.
"Für einen mächtigen Herrn, der euch finden und qualvoll sterben lassen wird", kam die gestöhnte Antwort.
"Wer ist es?"
Der Elf schwieg eisern.
Gork überlegte angestrengt. Er konnte den Boten nicht gut töten, denn dann würde sein unbekannter Gegenspieler Verdacht schöpfen. Andererseits konnte er ihn nach diesem Verhör auch nicht gut laufen lassen. Konnte man einen Raubüberfall vortäuschen?
Mit einer geschmeidigen Bewegung griff er an seinen Gürtel, zog den Dolch, und ehe der Eiself eine Gelegenheit bekam, sich zu befreien, schlug der halborkische Zivilpolizist ihm den Knauf kräftig über den Kopf. Sein Opfer sackte in sich zusammen.
Der Elf würde so etwa eine halbe Stunde bewußtlos bleiben. Wenn er sich beeilte, konnte Gork in dieser Zeit sein Zuhause erreichen, einen speziellen Trank holen und wieder zurück sein. Hatte er dem Bewußtlosen erst einmal diesen Trank eingeflößt, würde der sich morgen nicht mehr an das kleine Verhör erinnern. Und wenn man ihm Schmuck und Wertsachen abnahm und unter irgendeinem Geröllhaufen versteckte (das Risiko mit einem Hehler ging man in diesem Fall besser nicht ein), würde es wie ein ganz normaler Raubüberfall aussehen.
Der Kommissar zog den Elfen in den dunkelsten Winkel des Tors und flitzte los.
Er hatte keine Zeit zu verlieren.

Der Persvan-Komplex befand sich in derselben Gegend, in der Gork gestern den Raubüberfall vorgetäuscht hatte. Es war eine der Gegenden von Ithiljar, in denen man vor langer Zeit mit dem Stadtneubau hatte beginnen wollen, so daß sich hier halb abgebrochene Ruinen mit teilweise fertiggestellten Palästen mischten. Mehrheitlich lebten in den bewohnbaren Gebäuden der Gegend die Menschen, die sich ferner eiselfischer Vorfahren wähnten; auch das Gildenhaus der Baumeistergilde Mamurat war nicht weit von hier.
Das Persvan-Haus hatte einst ein öffentliches Gebäude der Stadt werden sollen, war jetzt allerdings ein Labyrinth halbabgerissener Mauern und unfertiger dachloser Marmorfassaden, eine aufgegebene Baustelle, wie es viele in der Stadt gab. Unübersichtlich und ein ideales Versteck für ein Verschwörertreffen.
Den Gedanken, sich zwischen den Mauern verstecken zu wollen, hatte Gork allerdings schnell aufgegeben. Seinem geübten Polizistenauge waren die wie zufällig in der Nähe stehenden Gestalten sofort aufgefallen; seitens der Verschwörer ging man offenbar kein Risiko ein. Deshalb hatte der Kommissar schnell zu einem Alternativplan greifen müssen: in einem nur teilweise bewohnten Haus in einer Querstraße war er ungesehen auf das Dach gekommen und hatte sich leise von Haus zu Haus vorgearbeitet. Und nun saß er im Schatten eines Schornsteines gegenüber dem Ruinenkomplex und überlegte.
Der Halbork liebte solche Klettereien nicht, um nicht zu sagen, daß er eine leichte Höhenangst hatte. Bislang war der Spaziergang über die Dächer noch nicht sehr gefährlich gewesen, aber nun kam etwas anderes. Wenn er etwas von dem Verschwörer-Treffen erfahren wollte, mußte er auf die andere Straßenseite, und das hieß Klettern in luftiger Höhe. Mißmutig ließ Gork die Seilrolle mit dem Wurfanker von der Schulter gleiten und versuchte, den Kloß im Hals nicht zu spüren.
Der Wurfanker war mit Stoff umwickelt und machte daher kein Geräusch, als er beim dritten oder vierten Versuch endlich hängenblieb. Der Zivilpolizist zog das Seil stramm und band es fest um den Schornstein, atmete tief durch und umfaßte mit klopfendem Herzen das gespannte Seil. Es gab Momente, da haßte er seinen Beruf.
Den Blick fest auf das leere Fenster und die weiße Dachkante gerichtet, hangelte sich der Kommissar hinüber. Es ging leichter als befürchtet, denn in der Dunkelheit konnte er nicht sehen, wie tief es unter ihm hinunterging. An der Fassade angekommen, gab es dank der elfischen Monumentalarchitektur genügend Simse und Vorsprünge, an denen er sich festhalten konnte. Vorsichtig spähte Gork durch eine leere Fensterhöhle.
In das Innere fiel von nebenan ein wenig Licht, und mit aufkeimender Panik erkannte der halborkische Polizist, daß er an einem Fenster im vierten Stockwerk eines Gebäudes hing, das nur aus einer leeren Fassade bestand. Er zuckte ein wenig zurück, als jemand in die Innenfläche der großen Marmorhülse trat. Die Schritte waren hier oben deutlich zu hören, und Gork wagte kaum zu atmen, um sich nicht zu verraten. Er schloß die Augen und lauschte angestrengt.
Es dauerte eine Weile, ehe weitere Schritte zu hören waren, weitere Verschwörer schienen einzutreffen. Der Kommissar öffnete probehalber ein Auge, schloß es aber sofort wieder, als er bemerkte, daß er von oben ohnehin kein Gesicht erkennen konnte. Also konzentrierte er sich aufs Horchen.
Mittlerweile war leises Geflüster zu vernehmen. Einzelne Gruppen der Eingetroffenen schienen sich unten leise zu unterhalten, so als warteten sie auf etwas. Und tatsächlich knirschten schließlich selbstbewußte Schritte über den Kies.
Gork fror entsetzlich. In dieser ungeschützen Höhe wehte der Wind in unangenehmer Schärfe. Doch er wußte, daß er jetzt nicht mehr zurückkonnte.
Die selbstbewußt schreitenden Stiefel kamen zur Ruhe, und die zugehörige Stimme erkannte der Halbork sofort. Es war kein anderer als der schnarrende Tonfall von Inquisitor Morfindel.
"Effizienz, Gildenmeister", grüßte er knapp, "ihr wißt alle, daß dies unser letztes Treffen sein wird. Ich erwarte daher, daß alle Vorbereitungen abgeschlossen sind."
"Selbstverständlich, Inquisitor. Die Bauarbeiten sind beendet, der Gang ist bereit", antwortete eine leise weibliche Stimme. "Wir hoffen auch, daß es euch erfreut zu hören, daß die Gerüchte um das Opernhaus in der letzten Zeit abgeebbt sind."
"Ich gebe nichts auf Gerüchte. Nur Fakten zählen", schnarrte es zurück. Eine kleine Pause trat ein. Dann setzte der Inquisitor fort:
"Da nun alles bereit ist, wie ihr sagt, möchte ich das Wort nun an unseren Partner übergeben."
Leise Schritte einer weiteren Person waren zu hören. Eine heisere, fast sanfte Stimme ergriff nun das Wort.
"Meine lieben Mitarbeiter, ich muß sagen, ich bin beeindruckt, daß ihr ein Projekt in dieser Größenordnung so zügig fertiggestellt habt. Und so unbemerkt. Wenn erst Ordnung in dieser rückständigen Stadt und Provinz geschaffen ist, sollen eure Mühen reichlich belohnt werden. Ihr habt euch um die hohen Regeln unseres Herrn, um Ordnung und Effizienz, alle sehr verdient gemacht."
Ein leichtes Raunen unterbrach die sanfte Stimme, die jedoch schnell fortfuhr.
"Es wird Zeit, daß die unfähigen und degenerierten Clans, die hier herrschen, endlich auf den Platz verwiesen werden, der ihnen gebührt, so wie in den anderen Provinzen unseres geliebten Archates. Sobald wir hier mit Hilfe des Inquisitors und des Cuel Ancar die Präfektur neu geordnet haben, wird es eine Menge Veränderungen in den Verwaltungen geben. Wir werden loyale Anhänger der Ordnung brauchen, die effiziente Arbeit leisten. Natürlich werden wir dabei zuvorderst diejenigen berücksichtigen, die uns von Anfang an unterstützt haben."
Gork schauderte nun nicht nur wegen des Frostes. Hier wurde die Baumeistergilde gerade gründlich über den Löffel barbiert. Sie machte für jemand, der sich offensichtlich Chancen auf die Präfektur von Ithiljar ausrechnete, die Dreckarbeit bei etwas, das schlicht den Namen Putsch verdiente. Doch wer die Eiselfen als Herren kannte, wußte, daß sie ihre Macht nicht teilten. Und die Frage war auch, welche Rolle Inquisitor Morfindel dabei zu spielen gedachte. Würde er sich mit der Rolle der Macht hinter dem Präfektenthron zufriedengeben oder seinen Partner ausschalten und selbst Ithiljar übernehmen?
"Ihr alle habt gut und effizient gearbeitet", hob die sanfte heisere Stimme nun wieder an, "ich bin sehr zufrieden mit euch. Euer Teil ist nun getan, aber dennoch: haltet euch bereit. Das Fest der schwachen Sonne wird uns den Lohn bringen."
"Ihr könnt auf uns zählen", antwortete die Sprecherin der Gilde auf diese Rede. "Wir werden bereit sein, Herr, oder soll ich sagen, Präfekt?"
"Warten wir die Fakten ab", schnarrte Morfindels Stimme knapp dazwischen.

Gork war halberfroren und mußte erst vorsichtig seine Finger massieren, bis er sicher war, das Seil umklammern zu können. Er hatte noch eine ganze Weile auf der hohen Marmormauer ausharren müssen, bis die Verschwörer nach Besprechung einiger nichtssagender Details endlich auseinandergingen und Ruhe in der hohen Ruine eingekehrt war. Das gab ihm Zeit zum Nachdenken.
Erst als er wieder sicher auf dem Dach des gegenüberliegenden Hauses stand, bemerkte er, daß sein angestrengt arbeitendes Polizistengehirn vor lauter Grübeln die schwindelnde Höhe gar nicht mehr bemerkt hatte.
Es war zu schade, daß er den Verschwörer mit der sanft-heiseren Stimme nicht hatte sehen können. Gork war sich sicher, daß er der Drahtzieher hinter den Adelsintrigen und dem Mord an Dinchan war. Sein großer Gegenspieler, der offensichtlich plante, bei der Opernpremiere durch irgendeinen Vorfall die Adelsclans kaltzustellen und selbst mit Hilfe der Orden die Macht in der Stadt zu übernehmen. So weit, so gut, nur, was plante er? Und wer war er, von welcher Position aus zog er seine Fäden?
Fragen über Fragen keimten im Kopf des Halborks, als er das Seil mit dem gepolsterten Wurfanker wieder einrollte und lautlos über die Dächer von Ithiljar zurückzuklettern begann.
Als sein Blick über eine Dachkante zufällig auf die tief unten liegende Straße fiel, zuckte der Kommissar zurück und war recht froh bei dem Gedanken, daß er in der nächsten Zeit eine Menge Büroarbeit zu erledigen haben würde.

© 2003 Diane Neisius


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