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Gildenwirtschaft: Kommissar Gork ermittelt

Ein wenig mißmutig bohrte der Halbork sich in der Nase und starrte an die dreckigen Wände seines winzigen Büros. Zwar war er einer der wenigen Nichtelfen, die die Zitadelle der Provinzhauptstadt überhaupt betreten durften, aber das bedeutete nicht, daß er dort auch dienstliche Räumlichkeiten beanspruchen konnte. Selbst als Angestellter der Zivilpolizei, was er als Kommissar ja immerhin war, stand ihm das nicht zu, sogar wenn er Mensch oder Eiself gewesen wäre. Nein, die zivilen Dienststellen der Stadtverwaltung befanden sich vor den Toren der vieltürmigen Festung im Herzen der Stadt an dem breiten Boulevard, der vom Tor nach Osten führte, um noch vor Erreichen der äußeren Mauer zu zerfasern und in den unübersichtlichen Gassen der Altstadt zu versickern. Und wie es sich für Nordmar und Ithiljar gehörte, waren die Dienststellen schön säuberlich aufgeteilt: die Eiselfen repräsentativ auf der Seite der Zitadelle, alle nichtelfischen Angestellten etwas schmuddeliger auf der anderen Straßenseite. Und ihm stand in diesem Gebäude als Halbork nur ein winziger muffiger Kellerraum zu, selbst wenn er Kommissar war.
Gork schnaufte unzufrieden. Nicht, daß der vergammelte Keller ihm persönlich etwas ausmachte. Alles in Ithiljar war mehr oder weniger vergammelt, auch wenn das mit viel weißer Farbe und immer weniger Marmor kaschiert wurde. Die Stadt lag an der Peripherie von Nordmar, war das kraftlose Zentrum der nordwestlichsten Provinz des Inselreiches. Man durfte die Worte nicht aussprechen, in Gegenwart der lokalen Adligen nicht einmal denken, dennoch wußte jeder sonst, der hier lebte, was Ithiljar war: der Arsch der Welt.
Dennoch hätte Gork nirgendwo anders leben mögen. Die Stadt war seine Heimat, er kannte ihre Bewohner, ihre Ränke und ihr bigottes Zusammenleben unter der fadenscheinig verherrlichten Regentschaft der Eiselfen. Er hatte eine Nische gefunden, in der er zurechtkam, besser als die meisten Mischlinge, und dank seines orkischen Erbes war er gegen Muff und Unsauberkeit bemerkenswert unempfindlich.
Trotz dieser Tatsache gab es Momente, in denen sein wohlwollend gesagt wenig repräsentatives Büro unpraktisch war. So wie jetzt.
Gork hatte ein Mitglied der verdächtigen Baumeistergilde in sein Büro vorgeladen. Und jetzt kam es darauf an, den Menschen zu beeindrucken, was in einem stockfleckigen Kellerverschlag nicht eben leicht werden würde. Der Mann gehörte zu der Menschenrasse, die von sich behauptete, aus den Tagen der Vorzeit noch Spuren von Elfenblut in sich zu tragen; diese Leute waren ebenso stolz und anmaßend wie die Eiselfen, denen sie sich fast gleichgestellt betrachteten. Der Halbork mochte sie von allen Bewohnern der Stadt am wenigsten.
Die verzogene Tür vibrierte, als schließlich zur festgesetzten Zeit eine Faust herrisch an das morsche Holz klopfte. Der Kommissar antwortete mit einem mürrischen "Ja?".
Knarrend öffnete sich der Türflügel, und ein dunkel gekleideter, sehr schlanker und blasser Mensch mit hochmütig gespitztem Mund trat in den kleinen Raum.
"Bin ich hier richtig wegen der Vorladung Nummer...", begann er und raschelte mit seinen Papieren, um das richtige Aktenzeichen abzulesen. Gork hörte nicht hin, sondern grunzte nur und begann mit übertriebenem Umstand in seinen Aktenstapeln zu blättern. Seinen Besucher ließ er derweil im Ungewissen vor dem schmierigen Schreibtisch stehen.
Das Ganze war natürlich reine Taktik. Der Kommissar wußte ganz genau, wer da vor ihm stand und warum, schließlich hatte er den Baumeister eigenhändig wegen einer Lapalie vorgeladen, und dieses ganze Theater diente nur einem Zweck: den Mann zu schikanieren und einzuschüchtern, damit er Gork mehr oder weniger freiwillig interne Informationen über die Gilde Mamurat, deren Mitglied er war, lieferte.
"Ah ja...", murmelte er schließlich, als sein Gegenüber schon ungeduldig von einem Fuß auf den anderen trat, "Baumeister Dinchan, nicht wahr?"
"Ja", antwortete der knapp.
"Es geht um Euren Steuernachweis für das letzte Jahr." Gork spuckte die Worte aus, als handele es sich um einen langweilen Routinevorgang.
"Was ist damit? Ich habe alle Abgaben vorschriftsmäßig und pünktlich entrichtet." Der Mensch trat noch immer von einem Fuß auf den anderen.
"Soso...", murmelte der Halbork und stützte die massigen Ellenbogen auf die Tischplatte. "Wie es scheint, gibt es darüber aber keine Unterlagen."
"Was?", bellte der Besucher schroff. "Das kann nicht sein. Das ist ein Irrtum."
"Ist es nicht. Ich habe keine Quittung in der Akte gefunden. Ich habe es selbst überprüft."
Der Kommissar dachte beiläufig daran, daß sich tatsächlich keine Steuerquittung in der Akte des menschlichen Baumeisters Dinchan befand. Schließlich hatte er sie selbst herausgenommen.
Der Baumeister verlor zusehends die Fassung, und das aus gutem Grund. Die Steuerbehörde der Stadt war die einzige Organisation - vielleicht mit Ausnahme der Gir-Templer - deren Arbeit man mit unnachgiebig umschreiben konnte.
"Das muß ein Irrtum sein", stammelte er vor sich hin. Die anfangs hochaufgerichtete Gestalt schien an Größe verloren zu haben.
"Nun, wenn das ein Irrtum ist, was ich mir bei der Effizienz unserer Verwaltung überhaupt nicht vorstellen kann, dann muß die Quittung ja irgendwo sein. Ihr wißt ja, daß hier nichts verloren geht. Geht also einfach zum Archiv und beantragt eine 'Suche nach einem verlorengeglaubten Schriftstück'."
Gork machte eine bedeutungsschwere Pause, ehe er den Mann streng anfunkelte. Er dachte dabei daran, daß der Vorschlag ein aussichtsloses Unterfangen war. Das Archiv der Stadtverwaltung war ein Berg von Papier, der die Katakomben unter der Zitadelle verstopfte und von dem schon lange große Teile in den verschiedensten, über die ganze Stadt verteilten öffentlichten Gebäuden ausgelagert waren. Es gab seit mindestens hundert Jahren niemand mehr, der sich damit auskannte, auch wenn das keiner der Verantwortlichen zugeben durfte und jede Anfrage abwimmelte. Alle versuchten, nicht zuständig zu sein, Baumeister Dinchan befand sich also am Anfang einer Odyssee ohne Wiederkehr.
"In jedem Fall muß ich euch dringend ersuchen, die Quittung in spätestens einer Woche bei mir vorzulegen. Andernfalls muß ich die Akte an den zuständigen Steuereintreiber weiterleiten." Der Kommissar gab sich jetzt ganz den Anschein des gewissenhaft arbeitenden Stadtbeamten.
"Ja, aber..."
"Ihr könnt gehen, Dinchan." Gork wedelte mit der Hand in Richtung Tür.
Nachdem der Besucher gegangen war, dachte er nur kurz an die fragliche Quittung, die sich mittlerweile wie zufällig zwischen den Handelsbilanzen des Jahres 984 befand. In jedem anderen Land hätte das Spiel, das der Kommissar hier gerade begann, als schlichte Erpressung gegolten.
In Ithiljar gehörte es zum normalen Alltag einer Ermittlung.

Auf den Tag genau eine Woche später befand sich der Kommissar dick eingemummelt in seinen Wollumhang auf dem Weg über den weiten Zitadellenplatz. Die Mittagsdämmerung ließ schon nach, und es begann wieder zu schneien. Es war jetzt die Jahreszeit, in der die Sonne den Horizont im Süden nur mehr für Minuten schnitt; bald würde sie überhaupt nicht mehr aufgehen. Die Polarnacht brach an, und das war eine deutliche Mahnung für den Zivilpolizisten, mit seinen Ermittlungen voranzukommen. Bis zum "Fest der schwachen Sonne" in der Mitte der Polarnacht, an dem die feierliche Eröffnung der Oper stattfinden sollte, dauerte es nicht mehr allzulang.
Gork schaute sich auf der großen freien Fläche, deren Schneewehen von zahllosen Trampelpfaden übersät waren, unauffällig um. Es war nicht viel Verkehr, und das war nicht ungewöhnlich. Wer in Ithiljar lebte, mied freie Flächen. Doch der Halbork hatte kalte Füße und wollte so schnell wie möglich den Gildensitz erreichen, wo er Dinchan weiter zu bearbeiten gedachte.
Der Baumeister war von ihm mit Absicht ausgesucht worden für sein Schikanemanöver. Dinchan war erst seit kurzem Mitglied bei Mamurat, und er hatte lange darauf warten müssen. Das wies darauf hin, daß er keine mächtigen Verbündeten oder Patrone hatte, ein Umstand, der ihn verletzlich für solche Intrigen wie diese machte. Mit Adelsclanen oder Orden der Eiselfen legte man sich besser nicht an, und mit ihren Schützlingen auch nicht, wenn man keinen Ärger wollte. Aber Dinchan schien alles das nicht zu sein.
Unwillkürlich wanderte der Blick des halborkischen Kommissars bei diesen Gedanken durch das zunehmende Schneetreiben hin zu dem bereits erleuchteten protzigen Säulenportal des monumentalen Gir-Tempels. Auch das war eine Organisation, der man besser nicht ins Gehege kam. Zwar wurde in dem Tempel kein Gott verehrt, schließlich schienen sich Eiselfen selbst für Götter oder etwas noch besseres zu halten. Aber auch sonst schien niemand so genau zu wissen, mit was außer einem sehr eigenwilligen Totenkult sich die Schwarzkuttenträger dort beschäftigten.
Aber das wollte Gork auch gar nicht so genau wissen. Es war gefährlich, ihnen im Weg zu stehen, das war eine für das Überleben wichtige Information, und sonst zählte in dieser Stadt nichts. Er schnaufte und stapfte entschlossen weiter, vorbei an der Statue des Schattenlords, Vrash, mitten auf dem weiten weißen Platz, der in der grauen Dämmerung ertrank. Genaugenommen war es nicht Vrash, sondern ein idealisiertes Portrait eines Eiselfen in dramatischer Pose, und in Gorks Jugend war es noch das Standbild des Provinzpräfekten gewesen. Aber im Zug der politischen Umwälzungen in weiter Ferne hatte man eiligst das silberne Schild am Fuß der Statue ausgewechselt. Das neue war etwas zu klein, wie der schwärzliche Rand auf dem Marmor verriet.
Auch das war Alltag in Ithiljar.
Als der vermummte Halbork schließlich das Gildengebäude im Menschenviertel erreichte, war es schon wieder dunkel. Es schneite jetzt stärker, aber zwischen den eckigen mehrstöckigen Häusern war so viel Verkehr, daß der Schnee von Stiefeln und Wagenrädern längst zu gefrierendem dreckigen Matsch zertrampelt war.
Fast alle Häuser und Handwerksstände waren von gelblich blakenden Tranfunzeln erleuchtet, so daß der Weg zur Gilde nicht schwer zu finden gewesen war. In der Empfangshalle des Gebäudes zog er das Medaillon, das ihm als Ausweis diente, unter den Schichten seiner Kleidung hervor und hielt es dem Pförtner entgegen.
"Zivilpolizei. Ich möchte den Baumeister Dinchan sprechen", brummelte er undeutlich.
Offenbar zollte man ihm Respekt, obwohl er ein Halbork war. Kurze Zeit später eilte ein Bote durch die hohe staubige Eingangshalle, und nicht allzulange darauf kam der Gesuchte schnellen Schrittes auf Gork zu.
"Seid gegrüßt", preßte er heraus, offensichtlich in Verlegenheit.
"Ich komme wegen...", begann der Kommissar mit lauter Stimme zu sprechen, aber sein Gegenüber fiel ihm auffällig rasch ins Wort.
"Ich denke, das können wir draußen besprechen", sagte der Baumeister und schob Gork durch die Tür wieder hinaus ins Schneegestöber.

Der arme Dinchan hatte wirklich eine Odyssee von einer Archiv-Außenstelle zur nächsten hinter sich. Kommissar Gork hörte nicht zu, während sein Opfer über arrogante Kanzleibeamte klagte, die ihn kreuz und quer durch die Stadt gehetzt hatten, sondern blickte gleichgültig durch das Fenster aus geölter Haut nach unten in den engen Innenhof, wo Müll verbrannt wurde. Der Gestank mischte sich mit dem unverwechselbaren Aroma der daneben befindlichen Aborte, die offensichtlich von zuvielen Menschen benutzt wurden. Um auch die anderen Sinne nicht leer ausgehen zu lassen, kreischten im Hof die Kinder, die in einem draußen befindlichen Abfallhaufen eine Ratte aufgestöbert hatten und zu fangen versuchten. Und zwei Stockwerke weiter oben begann ein Ehepaar einen handfesten Krach auszufechten, bei dem offenbar nicht nur Worte, sondern auch Becher und Möbelstücke flogen. Es war eine gänzlich andere Umgebung als in einem der Orkviertel.
"Könnten wir uns nicht anders einigen", flehte der Baumeister schließlich. Gork merkte erst bei diesen Worten auf. "Ich besitze nicht soviel, aber ich könnte euch vielleicht auf andere Weise dienlich sein. Ich habe Verbindungen zu Handwerkern..."
Aha, jetzt kam also der erste zaghafte Bestechungsversuch. Der Kommissar beschloß, vorerst hart zu bleiben, obwohl das natürlich genau das war, worauf er es abzielte. Deshalb war er Dinchan auch so bereitwillig in die kleine Wohnung im dritten Hinterhof des Wohnblockes gefolgt, in dem sie sich unbelauscht unterhalten konnten. Die Räume gehörten irgendeinem Verwandten oder Diener Dinchans.
"Ich sehe nicht, was das mit Eurer fehlenden Steuerquittung zu tun hat."
"Ich dachte, Ihr könntet vielleicht, nun, etwas entgegenkommend sein...". Der Angehörige der Gilde war noch immer vorsichtig.
"Ach so." Der Halbork beschloß, sich nicht länger dumm zu stellen. "Ich brauche aber keinen Handwerker."
"Vielleicht etwas anderes..."
"Hm." Gork tat, als denke er nach. Natürlich hatte er sich längst zurechtgelegt, was er von Dinchan verlangen wollte, denn nur darum hatte er die ganze Geschichte ja eingefädelt. "Vielleicht etwas anderes, was sich zu Geld machen läßt."
Der Baumeister sollte ruhig denken, daß es dem halborkischen Zivilbeamten nur ums Geld ging.
"Sagt, an was ihr denkt", antwortete der Mensch hastig.
"Informationen."
"Informationen? Ihr scheint mich zu überschätzen. Ich bin nur ein kleiner Baumeister. Ich erfahre nichts Wichtiges."
Gork drehte sich abrupt vom Fenster weg ins Innere des düsteren kleinen Raumes. "Ihr seid Mitglied in einer ziemlich exklusiven Gilde", stellte er fest.
"Ihr wollt Interna von Mamurat wissen?", fragte sein Gegenüber ungläubig. "Das wird aber ziemlich nutzlos für Euch sein."
"Das laßt meine Sorge sein. Haltet die Ohren offen und findet heraus, was Eure Gildenbrüder so treiben. Ich muß wohl nicht erwähnen, daß Informationen darüber nicht nur mir dienlich sein können, sondern Euch selbst auch. Gewinnt Einfluß! Steigt auf in der Gildenhierarchie! Habt Ihr denn keinen Ehrgeiz, Mensch?"
Der Angesprochene war sichtlich verdattert. "Und meine Steuerquittung?"
"Die Akte ist irgendwie ganz unten in den Stapel auf meinem Schreibtisch geraten", bemerkte Gork, "und da wird sie auch bleiben, wenn Ihr mich zufriedenstellend beliefert und niemand von unserer kleinen Abmachung erfährt."
"Ach so." Der menschliche Baumeister wirkte niedergeschlagen. "Na, dann... ich habe wohl keine andere Wahl."
Nein, dachte der Kommissar, die hast Du nicht.

Vier Tage später ereignete sich ein Zusammenstoß im östlichen Menschenviertel. Ein untersetzter Ork oder Halbork rannte um eine Hausecke und direkt in einen schlanken blassen Menschen hinein, der bei der Kollision zwar nicht verletzt wurde, den Halbork aber trotzdem entrüstet einen Tölpel schimpfte. Der buckelte untertänig, ehe er weitereilte, und das ganze Geschehen zog kaum einen Blick der Vorbeigehenden auf sich. So hatte auch niemend den kleinen Zettel gesehen, der dabei unter dem Umhang des untersetzten Halborks verschwunden war.
Nicht einmal eine Stunde später kam derselbe Halbork in einem Wollumhang ganz anderer Farbe und mit einem Fellwams bekleidet aus dem Eingang einer Menschentaverne getreten, wo er unbeobachtet zu Abend gegessen und wie nebenbei einige Pergamente gelesen hatte. Der kleine Zettel war natürlich dabei gewesen, und Kommissar Gork - niemand anders war es - grinste zufrieden bei dem, was Dinchan ihm geliefert hatte.
Er schritt zügig durch das Menschenviertel, denn er wollte nach Hause. Vorbei an der schmutzig vergilbten Marmorfassade eines ehemaligen Palastes, dessen Park mit kastenartigen Blocks und Hintergebäuden vollgebaut worden war und nun als Mietshaus dienen mußte. Eisiger Nebel hing in der dunklen Straße und trübte die Tranlaternen an den Hauswänden noch mehr.
Trotz der Kälte pfiff Gork vor sich hin. Was der Baumeister ihm geliefert hatte, war nicht viel, und wahrscheinlich würde es sich für den Opernfall als bedeutungslos erweisen. Die wirklich wichtigen Informationen brauchten stets eine Weile und kamen dann nur tröpfchenweise. Aber es war in anderer Hinsicht wertvoll, weil sich damit von jemand anderem als Dinchan noch wirkungsvoller Informationen erpressen lassen würden.
In der Gilde prahlte nämlich eine Gildenschwester des Informanten relativ offen damit, daß sie ein Verhältnis mit einem Elfen in der Stadtverwaltung hatte. Nun mochte das in der Gilde beeindrucken, schließlich waren diese Menschen ja so stolz auf ihre angebliche entfernte Abstammung von den regierenden Eiselfen. Offiziell hingegen war das ein schwerwiegender Verstoß gegen die Rassengesetze. Paarungen von Eiselfen und Nichtelfen waren in den gesamten Schattenreichen strengstens verboten.
Gork bog um die Ecke einer fensterlosen Wohnhausruine und ging auf die belebtere Hauptstraße des Viertels hinüber.
Noch immer pfiff der Halbork vergnügt vor sich hin, als er sich ausmalte, wie bald ein Eiself und seine menschliche Geliebte seine Bekanntschaft machen würden.
Zufrieden mit sich und seiner Arbeit dachte er an den Feierabend.

© 2001 Diane Neisius



© 1998-2006 Diane Neisius